Eigenbau eines Beckerruders
 

Nachdem der Bau meines Hochseeschleppers "Happy Hunter" abgeschlossen war, und das Modell seinem Element übergeben wurde, zeigte sich sehr bald, daß das Schiff doch einen recht großen Wendekreis hatte. Eine Vergrößerung des Ruderausschlags war nicht mehr machbar, da dieser schon bei etwa 45 Grad lag. Ein größerer Ruderausschlag wirkt nur noch als Bremse. Das Schiff verfügt zwar auch über ein Bugstrahlruder, dieses wird jedoch mit zunehmender Vorausfahrt unwirksamer. Also suchte ich nach einer anderen Lösung. Das Ergebnis möchte ich hier nun vorstellen.
 
 

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Der Materialaufwand ist sehr gering. Die wichtigsten Teile sind dabei die Scharniere. Ob man nun wie ich einzelne Scharniere zu einem Band zusammensetzt, oder bereits ein fertiges Scharnierband verwendet ist eine Frage der Verfügbarkeit. Im einfachsten Falle kann man auch aus dünnem Messingrohr ein entsprechendes Scharnier erstellen.

Für die kleine Ruderfläche habe ich einfach zwei Streifen Kunststoff verwendet, dazwischen wurden die Scharniere eingeklebt. Ideal wäre eigentlich eine Randleiste aus dem Tragflächen- bau. Da diese aber in der Regel aus Holz sind, stellt sich hier die Frage der Imprägnierung. Anschließend werden die einzelnen Scharniere auf einen Messingdraht als gemeinsamen Scharnierstift aufgereiht und zwischen die beiden Kunststoffstreifen geklebt.

Um die Scharniere am Ruderblatt befestigen zu können, habe ich zunächst 1-2 mm an der hinteren Kante abgeschliffen. Dadurch bekommt man eine breitere Kante, in die dann ein kleiner Schlitz, zur Aufnahme der Scharniere eingefräst werden kann. Der Schlitz ist nur 2-3 mm tief, die Scharnierflächen müssen entsprechend gekürzt werden. Beim Fräsen muß man sehr vorsichtig vorgehen, damit der Kunststoff nicht schmilzt.

Nun kann die kleine Ruderfläche mit den Scharnieren in den Schlitz des Ruders eingesetzt werden. Beim Einkleben muß man aufpassen, daß die Beweglichkeit der Scharniere nicht beeinträchtigt wird. Eine absolute Leichtgängigkeit ist Voraussetzung für eine einwandfreie Funktion.

Auf dem Foto kann man die Anlenkung der hinteren Fläche erkennen. Die Halterung für den Anlenkstift muß fest mit dem Rumpf - oder besser - mit dem Ruderkoker verbunden sein. Teil Nr. 3 ist ein Abschnitt eines Ruders gleicher Art.
 

Legende 

1   Ruder
2   Zusatzfläche
3   Halterung für Anlenkstift
4   Ruderkoker
5   Gleitrohr für Anlenkstift
6   Anlenkstift
7   Scharniere
8   Scharnierstift

Der Drehpunkt der Anlenkung muß möglichst weit hinten liegen. Durch die Position wird der Ausschlagwinkel maßgeblich beeinflußt. Da sich die Anlenkung theoretisch in ihrer Länge variieren muß, ist es erforderlich einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen. Ein Teleskopgestänge in dieser Größe ist sicher nicht ohne weiteres machbar. Daher wird die Anlenkung nach hinten verlängert und in einem Gleitrohr gelagert. Die Länge des Anlenkstiftes erhält man nun, indem man das Ruder um ca. 45 Grad auslenkt. Es zeigte sich, daß auf die in der Zeichnung gezeigte Abkröpfung des Anlenkstiftes verzichtet werden kann, da dieser nicht nach unten herausfallen kann. Dies erleichtert dann auch einen eventuellen Ausbau des Ruders.

Ich wünsche nun viel Erfolg beim Nachbau. Bei Fragen stehe ich gerne per E-Mail zur Verfügung.