Trimaran "Kingfisher"
alias "Butterfly" von Graupner



 
Technische Daten:
 

Länge:            1130 mm 
Masthöhe:      1720 mm
Breite:              920 mm 
Verdrängung:    3,0 kg
 

Nach mittlerweile einigen Jahren Modellsegeln hat mich eindeutig der Segelvirus befallen. Insbesondere das Segeln mit der Micro-Magic-Gruppe macht sehr viel Spaß. Hier habe ich auch sehr viel über das Trimmen von Segelbooten gelernt und mein Interesse hat sich mehr zum sportiven Segeln verlagert. So kam dann irgendwann mal der Wunsch auf mal etwas ganz anderes zu bauen und zu segeln, ohne jedoch genau zu wissen was es ist. Als ich dann irgendwann mal in einem Modellbauladen einen alten "Butterfly"-Baukasten der Fa. Graupner entdeckte, wußte ich dann aber was für ein Boot es sein sollte. Ich fand dann irgendwo noch einen Artikel in einer alten Ausgabe der "Schiffsmodell" (12/94) der mich sehr begeisterte. Der Preis des Bausatzes begeisterte mich jedoch weniger. Wie es aber der Zufall so wollte, entdeckte ich zur gleichen Zeit ein Angebot bei ebay, welches ich dann glücklicherweise auch ersteigern konnte. So konnte es dann im Sommer 2003 also bald losgehen.
 
 
 
 
 
 
 

 



Nach wenigen Tagen hatte ich dann den Bausatz erhalten, welcher offensichtlich schon einige Zeit in irgendeiner Ecke herumgelegen sein muß, denn er war doch recht staubig und einer der Schwimmer war etwas angegilbt, aber noch nicht spröde. Es stellte sich dann heraus, dass die beiden Mastlager für das Swing-Rigg fehlten. Diese bekommt man aber problemlos einzeln zu kaufen, da Graupner hierfür Standardteile verwendete, wie sie u.a. für M-Boote eingesetzt werden. 

Der Bau des Modells ist nicht besonders schwierig. Wesentlicher Bestandteil sind die drei, aus einem Stück geblasenen, Rümpfe. Ich habe mich beim Bau auch streng an die Bauanleitung gehalten und so gut wie keine Änderungen vorgenommen. Lediglich die untere Wantenspreize am Mast habe ich aus Kohlefaserrohr angefertigt, um eine größere Steifigkeit zu erzielen. Auch habe ich die Spannvorrichtung des Achterstags mit einem Spannschloß ausgestattet, dies jedoch in erster Linie aus optischen Gründen. In die Umlaufschot habe ich ausserdem eine kleine Zugfeder eingebaut, damit diese immer straff gespannt ist. Das im Bauplan vorgeschlagene Gummiband erschien mir doch etwas zu lasch.
 

Bei der farblichen Gestaltung ging ich jedoch eigene Wege. Dabei orientierte ich mich an der Farbgebung für den Trimaran, der zu dieser Zeit für Ellen McArthur gebaut wurde, für die Jagd nach neuen Weltrekorden. Dieses Boot ist komplett orange, was mir sehr gut gefiel. Ich fand dann bei den Autolacken auch einen enstprechenden Farbton, so dass ich, wie schon bei meiner "Pinnacle", die Lackierung mit der Sprühdose vornahm. Beim Rigg lackierte ich jedoch nur den Baum, was mir einfach besser gefiel und letztendlich auch einfacher war. Passend zum weißen Segel bekam der Mittelrumpf ein weißes Unterwasserschiff, die Spitzen von Schwert und Ruder wurden leuchtrot lackiert, was einen interessanten Kontrast ergibt und durchaus auch bei den "Großen" Verwendung findet, wenn das Boot einmal kenntern sollte. Die Fenster am Aufbau wurden, wie auch der Cockpitboden, mit DC-Fix-Folie beklebt. Irgendwo fanden sich auch noch ein paar Abziehbilder von Amaturen, welche dann an der hinteren Traverse angebracht wurden. Das Steuerrad mußte selbst erstellt werden, es lag lediglich die Nabe dem Baukasten bei. Ich verwendete für das Steuerrad jedoch 1,5mm Messingrohr, bzw. 1mm Messingdraht für die Speichen, dadurch wirkt es etwas filigraner.

Abschließend bekam er noch einige Verzierungen aus blauer Plotterfolie, sowie den Namen "Kingfisher", ebenfalls in Anlehnung an eines der Boote von Ellen McArthur.



Segeln mit einem Trimaran

Im Oktober 2003 war dann die Jungfernfahrt. So ein Boot stellt einen schon vor eine gewisse Herausforderung in Sachen Transport. Glücklicherweise habe ich einen Kombi, so dass dies kein Problem ist. Zur Not könnte man das Boot aber auch komplett zerlegt transportieren und erst am See zusammenbauen.

Mittlerweile segele ich dieses Boot nun im achten Jahr und ich muß sagen, dass es schon etwas besonderes ist mit einem Trimaran zu segeln. Die Geschwindigkeit und die Beschleunigung die dieses Boot bei etwa 3 Windstärkern erreicht ist einfach sagenhaft und man kann es eigentlich nur schwer mit Worten beschreiben. Vielleicht können die Bilder ein ganz klein wenig diesen Eindruck wiedergeben.
 


 

Wenn der Leeschwimmer langsam zu tauchen beginnt, und der Druck auf das Segel größer wird, dann ist äußerste Aufmerksamkeit gefordert. Mal eben nach anderen Booten schauen, sollte man sich dann tunlichst verkneifen. Wenn der Wind schön gleichmäßig ist, dann kann man sich an diesen Grenzbereich auch schön langsam herantasten und mit der Segelstellung entsprechend eingreifen. Plötzliche Böen sind jedoch sehr gefährlich, da das Boot die einwirkenden Windkräfte nicht sofort in Fahrt umsetzen kann. Ein "Stolpern" über den Bug bzw. den Leeschwimmer ist daher möglich. Der Auftriebskörper am Masttop - die sogenannte "Angstbeule" - kann zwar manchmal einiges abfangen, aber es passiert auch, dass er vollständig durchkentert. Wassereinbruch ist nicht zu befürchten, wenn man alles nach Plan gebaut hat. Problematisch ist jedoch, ihn wieder aufzurichten, denn mit dem Mast nach unten kann er nicht ans Ufer in erreichbare Nähe treiben. Ich hatte bisher immer Glück und er trieb entweder an einen Steg oder ein netter Tretbootfahrer war behilflich.

Mit der Zeit lernt man jedoch die herannahende Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Da die Schot am vorderen Ende des Segelbaums angeschlagen ist, sind auch sehr schnelle Reaktionen möglich, so dass ich bereits so manchen "Stecker" noch abfangen konnte.
 



Kingfisher mit B-Rigg bei 3-4 Bft. Trotz des voll getauchten Leeschwimmers kam das Modell nicht ins Stolpern, da das Modell bereits vor dem Abtauchen des Schwimmers ausreichend Geschwindigkeit hatte. Erfolgt das Abtauchen bei geringeren Geschwindigkeiten, besteht die Gefahr des Kenterns, was nur durch schnelles Fieren der Segel zu vermeiden ist.